Innenhöfe und Einfahrtstore
Bekannte und versteckte Schönheiten in der Gmundner Altstadt

Die Darstellungen in der Urmappe (1824–1830) und im Altstadtplan von 1901 zeigen die vielen – auch kleineren - Innenhöfe und Freiflächen in der Altstadt. Viele Freiflächen sind „nur“ Lichtschächte, auf die hier nicht näher eingegangen wird.

Ausschnitt aus der Urmappe 1824-1830 

     

Ausschnitt aus dem Altstadtplan von 1901
Quelle: Krackowizer: Geschichte der Stadt Gmunden Band IV, 1901

Auch auf der aktuellen DORIS-Basiskarte erkennt man trotz der übergroßen Hausnummern die zahlreichen Innenhöfe noch ganz gut.

Datenquelle: Land OÖ., doris.at

Manche der Innenhöfe sind heutzutage im Erdgeschoß überdacht und/oder mit den ebenerdig gelegenen Räumlichkeiten zusammengeschlossen oder im obersten Geschoß überdacht und sind als solche bei flüchtiger Betrachtung nicht mehr sofort erkennbar. Die Katastermappe (siehe doris.at) zeigt, dass die ursprünglichen Innenhöfe im Wesentlichen im Grundbuch als Sonderflächen mit der Nutzungsart „Gebäudenebenflächen“ (scheinbar unabhängig davon, in welcher Funktion/Zustand diese sich jetzt befinden) eingezeichnet sind. In Einzelfällen sind sie als „Gebäude“ oder als „Garten“ gewidmet. 

Zu betonen ist, dass die wenigsten Innenhöfe öffentlich zugänglich sind. 

Die Innenhöfe und Eingangsportale in der Altstadt werden im Folgenden, nach Häusergruppen / Straßenzügen geordnet, präsentiert: 

Traungasse und in der Fortsetzung am Marktplatz bis zum Bezirksgericht 

Haus Traungasse 4 (darin die Stadtbücherei)

Der dreiseitige Arkadenhof und das Tor des Hauses 

Dieser Innenhof ist in seiner ursprünglichen Form bestens erhalten und besonders schön. Der dreiseitige Arkadenhof stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Haus Marktplatz 14

Blick in den attraktiven Arkadenhof im 1. Stock
 

Dieser Häuserflucht folgend liegt das Patrizierhaus Marktplatz 14 mit einem beachtlichen Innenhof mit Arkaden im 1. Stock.

Kolpinghaus Marktplatz 13
Dieses Haus besitzt eine schönes Einfahrtstor und einen überdachten (Rest-)Innenhof.

Das hübsche Einfahrtstor des Kolpinghauses

Haus Marktplatz 10 (Bezirksgericht)

Einfahrtstor zum Bezirksgericht 

Das eiserne Einfahrtstor beim Objekt Marktplatz 10 markiert den Eingang zur ehemaligen „Burg Grueb“ bzw. zum dazugehörenden Garten. 

Bereich Pfarrhof-, Johannes- und Fellingergasse 

Häuser Pfarrhofgasse 14 bis 22 

Die beiden Eisentüren in der Fellinger- und Johannesgasse

Eine Besonderheit in diesem Gebäude-Geviert ist der Abstand zwischen diesen Häusern in der Pfarrhofgasse und den Marktplatz-Häusern. Die Fläche wurde ursprünglich als Feuerschutz-Gasserl verwendet . Es besteht nur mehr fragmentarisch. Deutlich zu sehen sind jedoch noch die beiden Eisentüren in der Fellinger- und Johannesgasse.

Auch besteht ein (event. früher gemeinsamer) Innenhof hinter den Häusern Pfarrhofgasse 28 (ehem. Lieber Augustin)/Fellingergasse Nr. 6 (ehem. Pepöck-Haus), der laut dem früheren Besitzer lange Zeit von dem dort ansässig gewesenen Fleischhauer-Betrieb gewerbliche genutzt wurde. 

Der Pfarrhof - Pfarrhofgasse 7 / Kirchenplatz 5

Das Einfahrtstor des Pfarrhofes in der Pfarrhofgasse

Auch im Pfarrhof befindet sich ein alter Innenhof, der durch Einfahrtstore sowohl von der Pfarrhofgasse als auch von der Habertstraße erreichbar ist (siehe Bericht Pfarrhof/Pfarrhofgasse). Seine dreieckige Form dürfte laut Plan eine Länge von ca. 14 m aufweisen. 

Rinnholzplatz, oberer Teil der Badgasse  

Haus Rinnholzplatz 8

Das ehemalige Einfahrtstor des Hauses heute

Im Haus Nr. 8 – frühere Fleischhauerei Silmbroth – befand sich ein gewerblich genutzter Innenhof. Das ursprüngliche Einfahrtstor ist beim letzten Umbau belassen worden und der ehemalige Innenhof wird als Teil des jetzt dort befindlichen Café-Hauses Hinterwirth verwendet. 

Gebäudekomplexe Rinnholzplatz 1 / Graben 12 / Schleifergasse 1 und Badgasse 12 und Salzfertigergasse 1 und 3

Hinter den Objekten Rinnholzplatz 1 / Graben 12 / Schleifergasse 1 ist ein zu mehreren Häusern gehörender aufgeteilter Innenhof, ebenso wie zwischen den Objekten Badgasse 12 und Salzfertigergasse 1 und 3. 

Kirchengasse

Haus Kirchengasse 7

Durchgangsportal des Hauses und ehemaliges Teppichgeschäft Schwarzäugl
entnommen aus „Gmunden – 100 Jahre Kurstadt“

Der schmale ebenerdig gelegene Innenhof (eher Durchgang zu den rückwärtigen Gebäudeteilen) des Hauses Nr. 7 (jetzt Schuh Kürmayr) war noch in den 60er- und 70er Jahren frei zugänglich (damals Teppich Schwarzäugl). 

Haus Kirchengasse 8

Eingangsportal des Hauses Kirchengasse 8

Im ehemaligen Gasthaus Fuchs, Kirchengasse 8, wurden noch in der Kindheit des Verfassers Pferde - auch der am Marktplatz tätigen Marktfiranten - eingestellt. Der ursprünglich bestehende Hof wurde in den Kolpingplatz integriert, der Durchgang zum Kolpingplatz ist dzt. öffentlich.

Haus Kirchengasse 9

Der Hof beim Haus Nr. 9 (Optik Aichinger) stammt aus  dem 15. oder 16. Jahrhundert und zeigt eine ganz besondere aparte Schönheit samt Arkaden und Säulen (Prillinger). Früher waren im Hof die Buchbinderei Luer und der Keramiker Födinger untergebracht.

         

Foto: www.gmundens-schaetze, Kirchengasse

Haus Kirchengasse 11
 

Das hübsche Einfahrtstor dieses Hauses 

Ein attraktives Einfahrtstor ist im Haus Nr. 11 (früher: Gasthaus Gold. Löwe) zu sehen. Durchaus denkbar ist, dass es „damals“ einen Zugang / eine Zufahrt von hier zum angrenzenden „Händlergarten“ in der Theatergasse gegeben hat. 

Häuserzeile Kammerhofgasse - Rathausplatz - Theatergasse 

Kammerhofgebäude Kammerhofgasse 8

Der Torbogen im Eingangsbereich des Museums 

Hier existiert ein Torbogen, der in der Kindheit des Verfassers einen öffentlichen Durchgang von der Kammerhofgasse zum Museumplatz markiert hat. In diesem Durchgang waren Geschäfts- und Gewerbebetriebe angesiedelt. 

Haus Kammerhofgasse 7

Altes Einfahrtstor des ehemaligen Gasthauses „Zum Goldenen Anker“
Foto: facebook/internet

Gegenüber gibt es zunächst beim Haus Nr. 7 einen Durchgang zum Kolpingplatz (siehe dort). Das  alte Einfahrttor (vom „Gasthof zum Goldenen Anker“, aus der Zeit um 1900) existiert nicht mehr (siehe Foto).  

Haus Kammerhofgasse 5 

Das gotische Marmorfenster des Guschl-Hauses und der Durchgang zum Kolpingplatz, Einfahrtstor Kammerhofgasse 

Das sog. Guschl-Haus Nr. 5 verfügt über ein sehenswertes 9-teiliges gotisches Marmorfenster im Hinterhof. Dieses ist vom Durchgang im Haus Nr. 7 zum Kolpingplatz schön sichtbar.

Haus Kammerhofgasse 3 – Haashof oder Haashaus

Der Arkadenhof des Haashauses
Quelle: Internet

Das Haus Kammerhofgasse 3 ist an sich allein schon mit seinen offenen Arkaden und der steilen Stiege reizvoll. Der Arkadenhof ist darüber hinaus stets liebevoll geschmückt und meistens öffentlich zugänglich. Das Objekt verfügt über einen privaten Ausgang zum Kolpingplatz. 

Rathausplatz und Theatergasse 

Haus Rathausplatz 6

Die ursprünglichen zwei Hausdurchfahrten des Hauses Rathausplatz 6
Quelle: Ausschnitt aus Lithografie von Josef Hafner aus dem Jahr 1845

gewerblich genutzter Innenhof Rathausplatz 6

Ein Sonderfall ist der heute noch existierende Innenhof des ehemaligen Hotels Schiff mit der Anschrift Rathausplatz 6. 1778 wurden zwei Gebäude mit scheinbar eigenen Innenhöfen und getrennten, aber nebeneinander liegenden Zufahrten,   zusammengelegt und aus den ursprünglich vorhandenen zwei Hausdurchfahrten (siehe altes Bild)  ist eine gemacht worden. Der Hof ist rund 90 m2 groß und wird gewerblich genutzt. 

Haus Theatergasse 4

Innnenhof                            

Eingangstor früher (Internet) und aktuell

Im Haus Theatergasse 4 existiert ein weiterer besonders erwähnens- und sehenswerter aparter Innenhof. Der früher zum ehemaligen „Gasthof zur Sonne“ bzw. „Sonnenhof“ gehörende Hof wurde 1966 stilvoll renoviert und ist bei dieser Gelegenheit mit einem Durchgang in die Kirchengasse verbunden worden. Dieser Durchgang ist zwischenzeitlich wieder verschlossen. 

Haus Theatergasse 6
Die alte Hauseinfahrt 

                                                                                                 

überdachtes EG im Innenhof
Foto: Karl Mitterberger

Der ehemalige Innenhof  mit rund 120 m2 im Haus Theatergasse 6 wurde in den 1960er Jahren überdacht und dort das damalige „Kindermodengeschäft Herti“ (später: Dritte-Welt-Laden) untergebracht. Wie in anderen Häusern existiert zusätzlich ein Lichtschacht, der nicht mehr  bis in Erdgeschoß reicht. Die alte Hauseinfahrt wurde in den 1960er Jahren total umgestaltet.

Haus Theatergasse 13

Das aktuelle Eingangstor 

Ein nicht öffentlich zugänglicher kleiner Innenhof ist noch im Haus Theatergasse 13 erhalten. Der dazugehörende alte Einfahrtstorbogen ist als dekorativer Teil der Hausfassade des Schmuckgeschäftes erhalten geblieben.

Sonderfälle:  

Wandl-Garten

Dieser Innenhof-Garten (früher „Händlergarten“ - siehe Burgfriedplan aus 1808) ist heute noch weitgehend erhalten und liegt hinter den Objekten Theatergasse 6 und 6 a (Wandl). Er hat eine Fläche lt. Kataster von rund 480 m2 und ist nicht öffentlich zugänglich. Anzunehmen ist, dass die diesen Garten „früher“ von den meisten der ihn umgebenden Häuser zugänglich war. 

Kolpingplatz 

Der heutige „Kolpingplatz“ ist fast ident mit dem früheren Postmeistergarten. Der Kolpingplatz ist nach der 1982 begonnenen Renovierung des Waihs-Hauses (Marktplatz 18) neben einer hier geschaffenen Einfahrt über einen Zugang aus der Kirchengasse 8 (ehem. Gasthaus Fuchs/Blauer Affe) und über das Objekt Kammerhofgasse 7 (Keramikladen) erreichbar. Der Kolpingplatz selbst besteht formal aus mehreren Teilgrundstücken, die entweder der Gemeinde gehören oder zu den umgebenden Häusern. Die öffentliche Benutzung dieser Flächen ist mit privatrechtlichen Verträgen geregelt. 

Interessant ist weiters, dass sich hier de facto zwei Innenhof-Reihen hintereinander befinden. Von der Kammerhofgasse kommend befinden sich zuerst die bereits beschriebenen Innenhöfe Haas (Kammerhofgasse Nr. 3), Guschl (Nr. 5), sowie Hotel Schiff (Rathausplatz 6) und erst nach einer weiteren Häuser-Reihe ist Richtung Marktplatz der als Innenhof angelegte Kolpingplatz.

     

Details von einzelnen Gebäudekomplexen am Kolpingplatz

Kößlmühlgasse

Innenhof in der Kößlmühlgasse 
Quelle: Adressbuch und Häuserverzeichnis 1923

Einen weiteren Sonderfall stellt auch der gewerbliche genutzte Innenhof in der Kößlmühlgasse dar, der durch die Häuser mit den Hausnummern Kößlmühlgasse 2, 2a, 4 und 6 umgeben ist. Er wurde gewerblich genutzt (siehe Inserat aus 1923) Über das Alter der umgebenden Gebäude konnten keine Daten gefunden werden. Lediglich vom Haus Nr.6 sind in der Krackowizer-Chronik Band IV die Eigentümer ab 1789 genannt. 

Der Vollständigkeit halber seien einige Haus- und Hofeinfahrten in Nähe des Brückenkopfes – und somit im ältesten Teil – vom Traundorf genannt.

Klosterplatz

          

Einfahrt und Details vom Karmelitinnen-Garten     

Linzerstraße 

                   

Einfahrt zum „Färber- und Seiler-Haus“ mit der Hausnummer 18 sowie die Einfahrt zum Hotel „Goldener Hirschen“ mit der Hausnummer 4. Ursprünglich bestand diese Einfahrt aus einem Rundbogen.

Traunsteinstraße 2

Die Einfahrt zur Gärtnerei Putz in deren Gebäude, das ab 1611 nachweisbar ist.

Wegen Details zu den hier erwähnten Objekten wird ausdrücklich auf die einzelnen ausführlich Berichte in „www.gmundens-schaetze.at“ verwiesen.

Dieser Bericht wurde im Juli 2026 von Günther Stadlmayr verfasst.
Nicht gesondert beschrifteten Fotos stammen vom Verfasser dieses Berichtes.